RECHTSROCK
GESCHICHTE
Die Verknüpfung rassistischer Inhalte mit Musik ist nicht neu. Schon im Dritten Reich erkannten die NS-Ideologen die Wichtigkeit von Musik als „Kampfmittel und Waffe im Ringen um die deutsche Seele“. Ihre damals gelehrten Lieder wurden in verharmloster oder gekürzter Version noch lange nach 1945 an Stammtischen und auf Heimatabenden gesungen.

Mit Rechtsrock und seiner martialischen harten Musik, die aus dem Heavy Metal, Punk und der der Skindhead-Szene zugeordneten Oi!-Musik entstanden ist, etablierte sich jedoch erstmals eine Musik, „die quasi ausschließlich von Unter-Dreißigjährigen produziert und konsumiert wurde.“
Eng verbunden ist die Entstehung des Rechtsrock in Deutschland mit dem Aufkommen von rechten und neonazistischen Skinheads Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre, die wenig mit den Ursprüngen der Skinhead-Bewegung zu tun hatte. Schon früh haben einige Skinheads ein diffus rechtes und ausländerfeindliches Weltbild und lassen sich von rechtsextremen Parteien und Gruppierungen einwickeln. Das Verhältnis war zu dieser Zeit jedoch keineswegs unproblematisch, denn viele rechte und Nazi-Skinheads, denen Spaß und Alkoholkonsum als Lebensinhalt ausreichten, hielten nicht viel von organisierten Neonazis.

Erst Mitte der 80er Jahre begann die extreme Rechte die Skinhead-Bewegung als die ihre zu sehen und versuchte z.T. erfolgreich, neue Gefolgsleute zu rekrutieren. Mit einer ganzen Reihe neuer Nazi-Skinhead-Bands mit eindeutigen Namen wie Störkraft, Sturmtrupp oder Werwolf etablierte sich zudem eine Szene, in der regelmäßig Konzerte organisiert und Schallplatten veröffentlicht wurden. Ende der 80er Jahre „existierten bereits rund 20 Bands, etwa gleich viele Fanzines, ein Dutzend (Cassetten-)Mailorder und mit Rock-O-Rama ein eigenes Rechtsrock-Label mit weltweitem Vertriebsnetz.“
Mit dem Fall der Mauer 1989 und der im folgenden Jahr stattgefundenen Wiedervereinigung Deutschlands verschärfte sich die Situation noch einmal deutlich. In den folgenden Jahren gab es ein beachtliches Aufblühen der rechtsradikalen Musikszene im gesamten Gebiet der Bundesrepublik. Die damals in relativ weiten Teilen der gesamten deutschen Bevölkerung vorherrschenden nationalistischen und rassistischen Ressentiments, die in den Ausschreitungen von Hoyerswerda und Rostock, in den Brandanschlägen von Mölln und Solingen, sowie dem guten Abschneiden rechtsextremer Parteien in Landtagswahlen Ausdruck fanden, waren ein guter Nährboden für eine aktive Rechtsrock- und Neonazi-Szene, die zumindest bis zu eben genannten größeren Ausschreitungen relativ unbehelligt von den politisch Verantwortlichen agieren konnte. So entstand ein gut funktionierendes Netzwerk, dass auch durch die in den folgenden Jahren stattgefundenen Verurteilungen, Konzertverbote und Beschlagnahmungen von CDs nicht wirklich gestört werden konnte. Das Verbot von Konzerten führte zu einer strafferen Organisation der Interessierten. Die Folge waren weniger Großveranstaltungen (Anfang der 90er Jahre fanden in der Bundesrepublik einige Konzerte mit bis zu 2000 Zuschauern und Bands aus der ganzen Welt statt), dafür aber ein zahlenmäßiger Anstieg von Rechtsrock-Konzerten, deren Veranstaltungsort erst bis kurz vor Beginn geheim gehalten und den Zusschauern per SMS oder Email mitgeteilt wurde. Noch heute finden jedes Wochenende irgendwo in Deutschland Rechtsrock-Konzerte statt, wobei in den letzten Monaten solche Konzerte verstärkt im Anschluss bzw. im Rahmen von Partei-Veranstaltungen stattfanden. Es kann dementsprechend davon ausgegangen werden, dass die Verbindungen von organisierten Neonazis und Rechtsrock-Bands nach wie vor eng sind bzw. sogar immer enger werden. Somit kann die Gefahr, die von dem „Jugendphänomen Rechtsrock“ ausgeht, gar nicht unterschätzt werden!

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EINLEITUNG
BLOOD & HONOUR UND HAMMERSKINS
TEXTE
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